Modul 08 · Krisenmanagement

Ruhe bewahren. Strukturiert handeln. Menschen schützen.

Wenn ein Deepfake oder ein manipuliertes Bild auftaucht, entscheiden die ersten Stunden oft über den weiteren Verlauf. Dieses Modul zeigt Schritt für Schritt, wie Betroffene, Eltern, Lehrkräfte und Schulen reagieren können.

50 Min 9 Kapitel Praxisorientiert
Notfallplan starten

Lernziele

  • die ersten Maßnahmen nach einem Vorfall kennen
  • typische Fehler vermeiden
  • Beweise professionell sichern
  • Schulen und Familien koordinieren
  • Opfer schützen
  • Krisensituationen strukturiert bewältigen
1

Warum ein Notfallplan wichtig ist

Wenn Menschen plötzlich mit einem Deepfake konfrontiert werden, reagieren sie häufig emotional.

Diese Reaktionen sind verständlich. Sie führen jedoch nicht immer zu guten Entscheidungen.

Typische Reaktionen
  • Panik
  • Wut
  • Hilflosigkeit
  • Angst
Ein klarer Handlungsplan hilft
  • Ruhe zu bewahren
  • Fehler zu vermeiden
  • Schaden zu begrenzen
  • Betroffene zu schützen
Merksatz

Nicht Geschwindigkeit entscheidet. Sondern strukturiertes Handeln.

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Die ersten 24 Stunden

Phase 1: Ruhe bewahren

Der erste Impuls lautet häufig: sofort antworten, diskutieren oder reagieren. Das ist oft nicht sinnvoll. Zunächst sollte die Situation bewertet werden.

Phase 2: Beweise sichern

Dokumentieren:

  • Screenshots
  • Links
  • Plattform
  • Datum
  • Uhrzeit
  • beteiligte Accounts
Phase 3: Nicht weiterverbreiten

Auch aus Empörung sollten Inhalte nicht erneut geteilt werden. Jede Weiterleitung kann den Schaden vergrößern.

Phase 4: Vertrauenspersonen informieren

Je nach Situation:

  • Eltern
  • Lehrkräfte
  • Schulsozialarbeit
  • Schulleitung
Krisenregel

Sichern statt teilen. Dokumentieren statt diskutieren. Unterstützen statt spekulieren.

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Die ersten 7 Tage

Nach der ersten Stabilisierung beginnt die eigentliche Bearbeitung.

Unterstützung organisieren

Wer begleitet die betroffene Person?

Schule einbeziehen

Wer ist zuständig?

  • Klassenleitung
  • Vertrauenslehrer
  • Schulsozialarbeit
  • Schulleitung
Kommunikationsstrategie festlegen

Nicht jede Information gehört sofort in große Gruppen. Ziele:

  • Schutz des Opfers
  • Vermeidung von Gerüchten
  • klare Kommunikation
Plattformen kontaktieren

Meldewege nutzen. Entfernungsanträge stellen. Dokumentation aufbewahren.

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Die ersten 30 Tage

Digitale Vorfälle enden selten nach wenigen Stunden. Deshalb ist Nachsorge wichtig.

Betroffene begleiten
  • Gespräche
  • Unterstützung
  • Stabilität
Schulklima beobachten
  • Gerüchte
  • Ausgrenzung
  • Nachwirkungen
Klassenarbeit

Wenn sinnvoll:

  • Aufklärung
  • Medienkompetenz
  • Reflexion
Evaluation

Was hat funktioniert? Was muss verbessert werden?

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Was Eltern tun sollten

Zuhören

Kinder benötigen zuerst Verständnis.

Sicherheit vermitteln

„Du bist nicht allein."

Keine Schuldzuweisungen

Auch wenn Fotos öffentlich waren: Die Verantwortung liegt beim Täter.

Unterstützung organisieren

Familie, Schule und Fachstellen einbeziehen.

Elternbox – Vermeiden Sie

Vorwürfe

Panik

öffentliche Schuldzuweisungen

ungeprüfte Behauptungen

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Was Lehrkräfte tun sollten

Lehrkräfte spielen eine zentrale Rolle.

Ernst nehmen

Jeder Hinweis verdient Aufmerksamkeit.

Dokumentieren

Sachlich und nachvollziehbar.

Schutz organisieren

Für Betroffene.

Zusammenarbeit fördern

Mit:

  • Eltern
  • Schulleitung
  • Schulsozialarbeit
Lehrerbox – Nicht die Ermittlerrolle übernehmen

Lehrkräfte sollten unterstützen und koordinieren.

Ermittlungen sind Aufgabe zuständiger Stellen.

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Was Schulleitungen tun sollten

Eine Schule benötigt klare Prozesse.

  • Krisenteam aktivieren
  • Zuständigkeiten definieren
  • Kommunikationswege festlegen
  • Unterstützung koordinieren
  • Präventionsmaßnahmen verstärken
Schulleitungsbox – Gute Vorbereitung beginnt vor dem Vorfall

Die beste Krisenreaktion ist ein vorbereiteter Krisenplan.

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Typische Fehler

Fehler 1

Sofortige öffentliche Diskussion

Fehler 2

Weiterleitung von Beweisen

Fehler 3

Bagatellisierung: „Das ist doch nur ein Bild."

Fehler 4

Schuldzuweisungen an Betroffene

Fehler 5

Allein handeln

Jeder Vorfall ist anders

Es gibt keine universelle Lösung. Der Notfallplan bietet Orientierung, ersetzt aber keine individuelle Bewertung.

9

Das Unterstützungsnetzwerk

Betroffene sollten nicht allein bleiben.

  • Familie
  • Freunde
  • Schule
  • Schulsozialarbeit
  • Beratungsstellen
  • psychologische Fachkräfte
  • Behörden

Praxisbeispiel

Praxisbeispiel

Die richtige Reihenfolge

Ein manipuliertes Bild einer Schülerin taucht in mehreren Chats auf.

Die Familie entscheidet sich gegen öffentliche Diskussionen.

Stattdessen werden Beweise gesichert, die Schule informiert, die Plattform kontaktiert und Unterstützungsmaßnahmen organisiert.

Der Schaden kann dadurch deutlich reduziert werden.

Praxisaufgabe

Der Krisensimulator

Die Nutzer erhalten verschiedene Vorfälle, z. B. „Ein manipuliertes Bild wird im Klassenchat verbreitet." Aufgabe: Ordne die ersten Maßnahmen in die richtige Reihenfolge. Anschließend erfolgt eine Auswertung.

Reflexionsfragen

  1. 1Welche Schritte würdest du zuerst einleiten?
  2. 2Welche Fehler werden häufig gemacht?
  3. 3Wie kann eine Schule vorbereitet sein?
  4. 4Welche Unterstützung braucht ein Opfer am dringendsten?

Quiz

Frage 1 / 3

Was sollte zuerst erfolgen?

Frage 2 / 3

Was sollte vermieden werden?

Frage 3 / 3

Wer kann Teil des Unterstützungsnetzwerks sein?

Kernaussagen dieses Moduls

  • Die ersten Stunden sind wichtig.
  • Ruhe und Struktur verhindern zusätzliche Schäden.
  • Beweise sichern, nicht verbreiten.
  • Opfer benötigen Unterstützung statt Schuldzuweisungen.
  • Schulen sollten vorbereitet sein.
  • Krisenmanagement ist Teamarbeit.
  • Prävention beginnt vor dem ersten Vorfall.

Downloads

KI Coach Empfehlungen

Eltern Coach

Erstelle einen individuellen Notfallplan für meine Familie."

Lehrer Coach

Welche Schritte sollte ich in den ersten 24 Stunden einleiten?"

Schulleitungs Coach

Entwickle einen Krisenprozess für unsere Schule."

Präventions Coach

Erstelle einen Deepfake-Notfallworkshop für Lehrkräfte."