Grundschule

6 – 9 Jahre

Kinder in diesem Alter unterscheiden Realität und Fiktion noch nicht sicher. Werbung, KI-generierte Inhalte und Deepfakes wirken für sie ‚echt‘. Ihre Aufgabe: begleitete Mediennutzung, keine unbeaufsichtigten Geräte, klare Rituale.

Typische Apps und Plattformen

  • YouTube Kids
    Nur mit ausgewähltem Kanal-Set, Timer aktiviert.
  • Fragfinn / Blinde Kuh
    Kuratierte Kindersuchmaschinen — hier lernt das Kind ‚suchen‘.
  • TikTok / Instagram / Snapchat
    Nein — offiziell ab 13, faktisch ab 16 zumutbar.
  • Roblox / Fortnite
    Nur mit strikten Elterneinstellungen, keine Voice-Chats.

Red Flags — worauf du achten kannst

  • Heimliches Nutzen nach dem Zubettbringen
    Handy im Kinderzimmer erhöht Nutzung massiv. Regel: Handy schläft im Wohnzimmer.
  • Plötzliche Angst oder Albträume
    Kann Reaktion auf unpassende Inhalte sein (Horror-Videos, Ukraine-Krieg, Deepfakes). Ruhig nachfragen, was gesehen wurde.
  • Wutausbrüche beim Ausschalten
    Klassisches Zeichen für ‚überreizt‘. Bildschirmzeit reduzieren, festes Ende-Ritual etablieren.

Gesprächsleitfäden für den Küchentisch

  • Kind will YouTube schauen
    ‚Was möchtest du dir anschauen? Zeig mir mal den Kanal, den du magst.‘
  • Kind sieht Werbung / In-App-Kauf
    ‚Wer möchte, dass du dafür Geld ausgibst? Warum wohl?‘
  • Kind fragt nach Handy
    ‚Was möchtest du damit machen? Schauen wir das zusammen an?‘
  • Kind sagt ‚alle anderen dürfen das auch‘
    ‚Bei uns machen wir es so. Ich schau, ob es dir gut damit geht.‘
  • Bettzeit / Streit ums Ausschalten
    ‚In 5 Minuten ist Schluss — machst du selbst aus oder ich?‘

Bildschirmzeit-Orientierung

30–45 Minuten pro Tag, immer begleitet — nach BZgA-Empfehlung. Kein Handy im Kinderzimmer.

Sicherheits-Checkliste

  • Kein eigenes Smartphone. Wenn Notruf nötig: Smartwatch für Kinder oder Tastenhandy.
  • YouTube Kids statt YouTube. Kanäle vorab kuratieren.
  • Timer / Bildschirmzeit auf allen Geräten aktivieren.
  • Handy schläft nicht im Kinderzimmer — Regel gilt für alle in der Familie.
  • ‚Nein-Regel‘ üben: ‚Wenn jemand ein Foto von dir will, sag Nein und komm zu mir.‘

Wenn es ernst wird — Sofort-Reaktion

  • Kind hat verstörenden Inhalt gesehen
    Ruhig zuhören, nicht dramatisieren. ‚Danke, dass du es mir sagst. Das war nicht deine Schuld.‘
  • Kind bekommt Nachrichten von Fremden
    Nachricht sichern, Konto blockieren, ggf. Anzeige. Kind loben fürs Melden.
  • Kind macht In-App-Käufe
    Bei Apple/Google innerhalb 60 Tagen Rückerstattung beantragen. In-App-Käufe global sperren.
Quellen
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